Vliesstoffe sind aus Hygiene, Filtration, Automobil, Bau und Medizin nicht wegzudenken. Ihre Herstellung folgt einer breiten, kontinuierlichen Prozesskette – von der Faseröffnung über die Vliesbildung bis zur Verfestigung und Aufwicklung. Für Betreiber bedeutet das: Jede Linie ist ein Grossprojekt, bei dem Industriemontage, Wartung von Industrieanlagen und am Lebensende Rückbau und Entsorgung sauber ineinandergreifen müssen. Dieser Beitrag zeigt, worauf es ankommt.
Die Prozesskette der Vliesstoffherstellung
Öffner und Mischer bereiten die Fasern auf, Karden oder Airlay-Anlagen bilden das Vlies, Kreuzleger legen es in Lagen. Die Verfestigung erfolgt mechanisch (Vernadelung, Wasserstrahlverfestigung), thermisch (Thermobonding im Durchströmofen oder Kalander) oder chemisch. Wickler, Schneidanlagen und Verpackung schliessen die Linie ab. Arbeitsbreiten von mehreren Metern und Bahngeschwindigkeiten von über hundert Metern pro Minute machen jede Abweichung in der Montage später im Produkt sichtbar.
Anforderungen an die Industriemontage
Fluchtung über grosse Arbeitsbreiten
Walzen, Kalander und Nadelbalken müssen über Breiten von vier bis sieben Metern parallel und rechtwinklig zur Laufrichtung stehen. Schon geringe Abweichungen führen zu Bahnlauffehlern, Faltenbildung und ungleichmässigem Flächengewicht. Laser- und Messtechnik sowie ein sauber vorbereitetes Fundament sind Pflicht.
Staub, Faserflug und Absaugung
Faserflug ist Brand- und Explosionsrisiko sowie Qualitätsproblem. Absaug-, Filter- und Kanalsysteme müssen bereits bei der Montage mitgeplant und dicht angebunden werden.
Wärme, Medien und Antriebe
Thermobonding-Öfen, Thermoölkreisläufe, Druckluft und Antriebe verlangen präzise Medienanbindung, Dehnungsausgleich und dokumentierte Inbetriebnahme mit Funktions- und Sicherheitstests.
Wartung von Industrieanlagen in der Vliesstoffproduktion
Nadelbretter, Nadeln, Kardengarnituren, Filze, Siebbänder und Lager sind Verschleissteile. Zustandsorientierte Wartung von Industrieanlagen – Schwingungsmessung, Thermografie, dokumentierte Intervalle – verhindert ungeplante Stillstände. Wartungsfenster sollten mit Produktionswechseln abgestimmt und Ersatzteile vorgehalten werden.
Industrieanlage abbauen und verlagern
Ob Linienstilllegung oder Standortwechsel: Wer eine Industrieanlage abbauen muss, braucht ein strukturiertes Vorgehen – Bestandsaufnahme, Fotodokumentation, Kennzeichnung der Baugruppen, Entleerung der Medienkreisläufe, schonende Demontage, Transportverpackung. Eine gut dokumentierte Demontage erhält den Marktwert und erleichtert das spätere Industriemaschine aufbauen am neuen Standort oder beim Käufer.
Entsorgung und Verwertung
Nicht verwertbare Teile, Betriebsstoffe, Thermoöle und Filterstäube müssen getrennt, dokumentiert und rechtssicher entsorgt werden (in der Schweiz nach VeVA mit Begleitschein bei Sonderabfällen). Metalle gehen in die Verwertung; das kann den Rückbau teilweise gegenfinanzieren.
Fazit und Kontakt
Die Andevion AG begleitet Betreiber von Vliesstofflinien über den gesamten Lebenszyklus: Industriemontage, Wartung, Demontage, Verlagerung, Rückbau und Entsorgung aus einer Hand – in der Schweiz und im gesamten DACH-Raum.
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